Dein Kind will nicht lesen? 6 Tipps, wie dein Kind zur Leseratte wird.

Wenn Sie diesen Blogbeitrag angeklickt haben, hat ihr Kind vermutlich keine Lust an Büchern. Wir können Sie beruhigen, damit sind Sie nicht allein. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie direkt die ganze Schulkarriere ad Acta legen müssen. Bücher können für viele eine Freude, für manche aber auch eine Tortur darstellen. Wenn der Nachwuchs einfach kein Buch in die Hand nehmen will, kann dies schnell zu einer Krise im Haushalt führen.

Lesen zu können bedeutet, unsere Welt über die Schrift verstehen zu lernen und sie im späteren Leben durch fortschreitende Bildung auch hinterfragen und verändern zu können. Wer dies nicht gut oder gar nicht kann, hat es oft schwer, an der Gesellschaft teilzunehmen. Aber aller Anfang kann schwer sein und wie bei allen Fähigkeiten ist Übung essentiell. Schnell entsteht die Sorge, das Kind könnte eine Leseschwäche oder ähnliches haben. Dies kann der Realität entsprechen, muss es aber nicht. Nicht alle Kinder finden den Weg in die Welt der Buchstaben allein und haben Freude daran sie zu entdecken, auch wenn sich das alle Eltern wünschen würden. Jedoch steckt nicht hinter jeder Unlust ein schwerwiegendes Problem. Der Schlüssel kann schon mit wenigen Schritten gefunden und gefördert werden.

Tipp #1
Gemeinsame Lesezeit als Ritual einführen

Kinder lieben es, ungeteilte Aufmerksamkeit von ihren Eltern zu erhalten. Nutzen Sie mit ihrem Kind am Tag oder Abend 15 bis 20 Minuten und Sie geben ihm nicht nur ein Gefühl von Aufmerksamkeit und Geborgenheit, sondern fördern die Konzentrationsfähigkeit und trainieren dabei das eigene und insbesondere das Sprachgefühl ihres Kindes. Als Ritual gestaltet, kann die gemeinsame Lesezeit eingekuschelt vor dem Zu Bett-Gehen stattfinden oder in einer Ruhezeit nach Schule und Betreuungszeit. Mit Kakao und Keksen kann der Nachwuchs zusätzlich angelockt werden. So wird die Lesezeit zu einer rund um positiven Erfahrung.

Tipp #2
Selbstvertrauen spielerisch fördern

Kinder, die schnell aufgeben, weil sie Neues aufgrund von Unsicherheit nicht angehen oder direkt verweigern, sind nicht selten. Viele Eltern sehen keinen Grund, warum der Nachwuchs ein geringes Selbstvertrauen haben sollte. Doch die Welt der Buchstaben kann für Kinder auch abschreckend wirken. Ratespiele rund um Anfangsbuchstaben von Gegenständen im Haushalt oder den Lebensmitteln beim Frühstück können da Abhilfe schaffen. Nutzen sie Buchstabenkarten, die bunt illustriert sind, um den visuellen Reiz zu erhöhen. Lassen Sie ihr Kind den Einkaufszettel schreiben und später beim Einkaufen selbst die Artikel heraussuchen. Fragen Sie nach, was auf den Artikeln geschrieben steht. Auch Verkehrsschilder und Plakate können im Alltag unbemerkt die Lesefähigkeit trainieren und auf diese Weise den kleinen ABC-Schützen beim Lernen unterstützen.

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Tipp #3
Kreativität und Fantasie anregen

Kinder greifen nur zu etwas was sie wirklich interessiert. Um ihre Fantasie und Kreativität anzuregen und Konzentration zu fördern, ist es wichtig, das richtige Buch parat zu haben. Ein Ausflug in einen großen Buchladen oder in eine Bibliothek macht nicht nur Spaß und ist interessant, er eröffnet auch den Blick auf die Vielfalt der Bücherwelt und macht Lust auf mehr. Schnell kann ein Bilderbuch ausgesucht und bei einem Kaffee für Mama und einem Keks fürs Kind noch im Buchladen angeschaut werden. Vielleicht wird eine ganz neue Buchreihe mit spannenden Detektiv-Geschichten oder Hexen und Feen-Abenteuern entdeckt, die die ganze Familie in den kommenden Wochen begleiten und zum Spielen und selbst durchlesen anregen. Wichtig bleibt die Vielfalt der Möglichkeiten zu erkennen, mit der Kinder angeregt werden können.

Wer nicht ganz dem Digitalen abgeneigt ist, kann mit dem Nachwuchs auch eigene Videos zum Thema Buchstaben drehen und diese auf Youtube hochladen und einen eigenen Kanal erstellen. Über das Drehen eines eigenen Videos wird sich nicht nur mit dem Thema auseinandergesetzt, Konzentration trainiert und spielerisch geübt – die Kinder erhalten eine Form der Anerkennung und Vorbildfunktion die ihr Selbstwertgefühl steigern kann, wenn sie im Internet anderen erklären, wie der Umgang mit den Buchstaben richtig geht.

Auch rund um das Thema Buch kann die Kreativität angeregt werden. Basteln Sie mit ihrem Kind selbst ein Buch, welches es mit Malereien und Geschichten füllen kann. Auch ein schönes Lesezeichen kann ein Weg sein, ebenso wie ein besonders schön eingebundenes Notizbuch oder ein neuer Stift.

Kinder messen sich auch gerne mit anderen oder treten gegen sich selbst an. Mit einer Punktetabelle, einem Leseprotokoll oder Smileys die für geleistete Lesezeit gegeben werden, können kleine Preise oder gemeinsame Unternehmungen gewonnen werden. Für 30 Punkte die in einer Woche erarbeitet wurden, könnte man zum Beispiel zusammen Eis essen oder in den Zoo gehen.

 

Tipp #4
Digitalisierung als Chance für Leselust nutzen

In Zeiten der Digitalisierung geht die Notwendigkeit des Lesens scheinbar unter, da anwenderfreundliche, sich selbst erklärende Screens dies angeblich kaum noch notwendig machen. Doch der Schein trügt. Sprache und die Fähigkeit die reale und die digitalisierte Welt für sich selbst zugänglich zu machen, ist und bleibt das grundlegende Medium unserer Gesellschaft. Die Digitalisierung macht Sprache umso wichtiger, und die Kompetenz des Lesens spielt dabei weiterhin eine grundlegende Rolle, allein um die Inhalte zu verstehen und später auch hinterfragen zu können.

Auch wenn die Bildschirmzeit am Tag auf 30 Minuten begrenzt sein sollte, können Tablets zum Lernen genutzt werden. Verschiedene Anbieter von Tablets bieten auch die Möglichkeit Alters, Zeit – und Spielbeschränkungen einzustellen. Ebenso können Lerninhalte festgelegt werden. Bücher und Lernspiele können somit auch über das geliebte Tablet abgerufen werden. Auf diese Weise verbindet sich die digitale Welt mit positivem Lerninhalt und fördert den Spaß am Lernen.

Tipp #5
Vorbild sein – Spaß an Büchern zeigen

Kinder orientieren sich an ihren Vorbildern und damit meist an ihren Eltern. Wenn die Eltern Spaß an Büchern haben und dies auch ihren Kindern vorleben und mitteilen, greift der Nachwuchs vermutlich schneller zu einem Buch, als wenn Smartphones und Fernsehen vorherrschen. Auch wenn Sie ihren Kindern von einem spannenden Buch erzählen und den Spaß dabei erwähnen, den es Ihnen bereitet, öffnet sich für die Kleinen eine neue spannende Welt, die es zu entdecken gilt.

 

Tipp #6
Loben, loben, loben

Der wichtigste Tipp von allem ist, Anerkennung und Lob zu verteilen. Kinder lieben es, gelobt zu werden. Es fördert ihr Selbstvertrauen, sie fühlen sich geliebt und es unterstützt sie dabei, Neues auszuprobieren. Sparen Sie nicht damit, im Gegenteil. Loben verhätschelt nicht, es stärkt das Selbstvertrauen. Auch wenn ein Satz oder ein Wort nicht gleich erfasst wurde, ist der Versuch, die Neugier auf das neue Wissen und der Spaß dabei, das was zählt und für ein Leben bleibt.

 

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Kinder zur Selbständigkeit erziehen – 7 wertvolle Tipps

Mit Kindern ist das Leben bunt, und oftmals auch anstrengend. So schön viele Tage auch sind, so fordernd können Kinder auch sein. Vor allem, wenn sie noch sehr jung und entsprechend unselbstständig sind. Der Gedanke, der vielen Eltern in solchen Phasen hilft, lautet: Sie werden jeden Tag größer – und selbstständiger. Im Idealfall läuft es so. Oftmals stellen Eltern aber fest, dass Selbstständigkeit nichts ist, was sich ganz automatisch einstellt. Sie entwickelt sich nicht über Nacht, und manchmal bleiben Kinder und Jugendliche in Sachen Selbstständigkeit auch hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Warum ist das so? Nun, oftmals sind wir Eltern nicht ganz unschuldig, wenn der Nachwuchs in Sachen Konzentration und eigenständiges Tun nicht so handelt, wie wir uns das wünschen würden. Manchmal stehen sich nicht nur die Kinder selbst im Weg. Vor allem wir Erwachsenen stehen unseren Kindern im Weg, wenn wir versuchen, ihnen alles recht zu machen, ihnen jede Schwierigkeit aus dem Weg zu räumen und sie nicht so zu fördern und zu fordern, wie ihr Alter das erlauben würde.

Wenn wir wollen, dass unser Nachwuchs selbstständig wird, Kraft und Ausdauer bei schwierigen Aufgaben entwickelt, müssen wir nicht nur zusehen und darauf hoffen, dass all dies von ganz alleine kommt. Als Eltern könnt ihr einiges dafür tun, um die Kinder zur Selbstständigkeit zu erziehen. Wir verraten 7 einfache Tipps, wie das im Alltag einfach gelingen kann.

 

Tipp #1
Kinder nicht überbehüten

Selbstständig werden kann nur, wer auch selbstständig werden darf. Kinder und auch Jugendliche, die ständig von besorgten Eltern überbehütet werden, können keinen Mut und auch kein Selbstvertrauen entwickeln – und entsprechend auch kein selbstständiges Handeln. Liebevolle Unterstützung, Hilfe, wenn Hilfe gewünscht wird, sind nie falsch. Aber Kinder müssen auch mit dem Gedanken aufwachsen, dass das Leben Aufgaben an sie stellt und dass die Eltern nicht immer alles für sie regeln können und müssen. Niemand schaut gerne zu, wenn das Kind Probleme hat, wenn es ihm nicht gut geht. Die Lösung kann aber keinesfalls sein, ständig um das Kind zu kreisen und ihm damit von Vornherein jede Chance zu nehmen, sich zu einem selbstständigen Menschen zu entwickeln.

 

Tipp #2
Auch Misserfolge gehören dazu

Auf dem Weg zur altersgerechten Selbständigkeit geht es nicht nur steil bergauf. Nicht jeder Mut wird sofort belohnt, nicht immer ist ausreichend Konzentration vorhanden. Und ebenso gehört es auch dazu, dass Kinder und Jugendliche einmal scheitern. Scheitern ist erlaubt und wichtig. Wer erlebt, dass auch eine Niederlage nicht den Untergang der Welt bedeutet, sondern vielleicht auch neue Wege aufzeigt, entwickelt so genannte Resilienz. Mit Resilienz meinen Psychologen die Fähigkeiten, auch mit Problemen gut umgehen zu können. Es ist für Eltern nicht leistbar, ihren Nachwuchs vor jedem Scheitern zu bewahren.

Selbst, wenn das in der Kindheit vielleicht noch gelingen mag: Wie sollen so selbständige Erwachsene erzogen werden, die Problemen mit Mut und Ausdauer begegnen? Hier müssen Eltern sich auch manchmal ganz bewusst zurücknehmen. Trösten und liebevolles Begleiten der Emotionen, die ein Scheitern mit sich bringen kann, sind immer erlaubt. Aber ebenso ist es erlaubt, Misserfolge auch sehenden Auges zuzulassen und darauf zu vertrauen, dass Kinder lernen werden, damit umzugehen.

 

Tipp #3
Dem Kind altersgerechte Aufgaben geben

Selbständigkeit setzt selbstständiges Tun voraus. Nur, wer im Alltag altersgerechte Aufgaben erhält und mit dem Gedanken aufwächst, dass jeder in der Familie seinen Teil an Pflichten hat, kann Verantwortungsbewusstsein entwickeln. Nur, wer weiß, dass jeder mithelfen muss und dass auch schon Kinder gewisse Aufgaben übernehmen können und sollen, entwickelt ein Gespür für notwendige Erledigungen.

Dabei geht es nicht darum, unnötige Risiken einzugehen mit dem Ziel, dass Kind selbstständig werden zu lassen. Aufgaben müssen zum Alter und auch zum Naturell des Kindes passen. Es ist aber bedenklich, wenn Teenager nicht in der Lage sind, ihr Bett zu machen, weil sie dies einfach noch nie tun mussten. Und das Grundschulkind kann sich ganz sicher sein Brot alleine schmieren und für eine Grundordnung im Kinderzimmer sorgen.

Aufgaben zu übernehmen ist nicht nur wichtig für die Entwicklung von Pflichtbewusstsein, sondern es kann den Kindern auch viel Spaß machen. Die allermeisten Kinder wollen ja helfen, sie wollen ernstgenommen werden und dazugehören. Aufgaben zu übernehmen, die für andere eine echte Hilfe sind, macht vielen Spaß und fördert ganz nebenbei ein gesundes Maß an Selbständigkeit.

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Tipp #4
Einfach mal machen lassen!

Ja, wir kennen es alle: Manchmal kann man nicht hinsehen, wenn Kinder herumrennen oder unbedingt irgendetwas tun wollen, von dem wir wissen, dass das schiefgeht. Hier gilt es den richtigen Mittelweg zu finden. Sicherlich muss sich kein Kind erst schwer verletzten, um seine eigenen Erfahrungen zu machen. Wobei auch da gilt, dass Eltern selbst bei bester Vorsicht und umsichtigem Verhalten nicht jeden Unfall verhindern können. Wir als Erwachsene wissen in der Tat vieles besser und können Risiken anders einschätzen. Dennoch muss man auch Kindern die Möglichkeit geben, eigene Erfahrungen zu machen. Diese müssen ja nicht immer mit Lebensgefahr verbunden sein. In solchen Bereichen gilt klar, dass hier die elterliche Fürsorge wichtiger ist als jedes Herumprobieren im Sinne einer Förderung der Selbstständigkeit. Wenn aber Kinder bei jedem Klettern auf einem altersgerechten Spielplatz nie etwas ausprobieren dürfen, weil die Mutter in Angstschweiß ausbricht oder wenn Kinder nie ihr Kinderzimmer selbst aufräumen dürfen, weil die mütterliche Grundordnung nicht gefährdet werden darf, dann können solche Kinder auch keine Selbstständigkeit entwickeln.

Tipp #5
Vorsicht vor Verwöhnen!

Ja, verwöhnen macht auch mal Spaß. Ein Kind muss sich alles selbst tun, was es theoretisch schon selbst kann. Wenn es den Eltern Freude bereitet, dem Kind morgens beim Anziehen zu helfen, auch wenn es das eigentlich schon alleine kann, so ist das in Ordnung. Immer vorausgesetzt, das Kind entwickelt sich gut und die Eltern führen nicht gleichzeitig Klage darüber, dass das Kind sich so bedauerlich unselbstständig zeigt.

Verwöhnen meint nämlich grundsätzlich, dass Eltern oder andere Bezugspersonen einem Kind Aufgaben, die es selbst erledigen könnte, immer wieder abnehmen oder das Kind in einem materiellen Überfluss aufwachsen lassen, der keinen realistischen Blick mehr auf die Welt erlaubt. Auch hier gilt wieder: Wer selbstständiges Tun fördern möchte, muss dem Kind die Möglichkeit geben, auch eigenständig zu handeln und sich auch einmal für etwas anstrengen zu müssen. Wer permanent verwöhnt, gefährdet diese Entwicklung womöglich.

 

Tipp #6
Probleme offen ansprechen

Wenn Eltern glauben, ihr Kind müsse selbständiger werden, so nutzt es meist wenig, sich darüber stets umkonkret zu beklagen oder dem Kind gegenüber dieses Problem gar nicht anzusprechen. Probleme lösen kann man nur, wenn dem Kind klar ist, was von ihm erwartet wird. Entsprechend kann man Kindern und Jugendlichen durchaus kommunizieren, dass man das Gefühl hat, das eigenständige Handeln bleibe hinter normalen Erwartungen zurück.

Solche Kritik sollte dem Kind gegenüber möglichst anschaulich erklärt werden, also mit konkreten Beispielen belegt werden. Kritik und Schimpfen bringt aber niemanden weiter. Es ist wichtig, Probleme offen anzusprechen, um dann aber auch sofort die Möglichkeit zu geben, es nun anders zu machen. Hier müssen Eltern sich manchmal selbst prüfen: Sind auch wir bereit, dem Kind ernsthaft die Möglichkeit zu geben, selbstständiger zu handeln? Wie schon hier und in anderen unserer Blogbeiträge ausgeführt, können nur die Kinder selbstständiger werden, denen man auch konkret die Chance dazu gibt.

 

Tipp #7
Übung macht den Meister!

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Das gilt insbesondere für Kinder, die ihre ersten Erfahrungen im Schleifebinden oder im Brotschmieren machen. Und manchmal geht richtig was daneben, da kocht das Nudelwasser über oder der Teller zerspringt in tausend Scherben beim Versuch des Kindes, den Tisch schön zu decken. Viele Aufgaben, die zu mehr Selbstständigkeit im Alltag führen, müssen mehrfach geübt werden. Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden, das Kind hat nicht an einem Tag Lesen gelernt und es wird auch meistens nicht an einem Tag Radfahren lernen oder Schokopudding kochen können. Nur, was man wiederholt machen darf, Fehler inklusive, wird wirklich gelernt. Gebt euren Kindern die Chance dazu und ihr werdet mit selbstständigen jungen Menschen belohnt!

Wenn ihr Fragen habt oder den Beitrag kommentieren wollt, freuen wir uns über regen Austausch! Unterhalb kannst du gerne den Blogbeitrag kommentieren.

 

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Das unsichtbare Band zwischen Eltern und Kinder aktiv nutzen

Wir haben das Jahr 1958. Der US-Amerikanische Psychologe, Verhaltensforscher und einer der bedeutendsten Primatenforscher Harry Halow führt, ein Experiment an Rhesusaffen durch. Dass auch Tiere ein Bindungsbedürfnis haben und ihnen Nahrung allein nicht reicht, will Harry Harlow in seinem berühmten Affenexperiment an der University of Wisconsin unter Beweis stellen. Er trennte junge Rhesusaffen von ihren Müttern und bastelte ihnen stattdessen zwei künstliche Ersatzmütter aus Draht mit Holzkopf. Die eine gab Milch, die andere war weich mit Plüsch gepolstert. Harlow wollte wissen, welche Attrappe die Äffchen bevorzugen würden. Das Ergebnis war eindeutig: Alle Affen gingen nur zum Trinken zur „kalten“ Drahtmutter, anschließend kauerten sie jedoch bis zur Erschöpfung bei der Stoffmutter. Das Bedürfnis nach Wärme und Geborgenheit war offenbar stärker als der Hunger.

Was hat dieses Experiment mit der Verbindung zwischen Eltern und Kindern zu tun?

In der Tat, benötigen wir keine Experimente mit Affen um zu wissen, dass auch Eltern eine enge und innige Verbindung zu ihren eigenen Kindern haben.

Es zeigt uns und macht uns bewusster, dass so etwas wie ein unsichtbares Band zwischen Eltern und vor allem zwischen Müttern und ihren eigenen Kindern gibt. Das man dieses Band aktiv nutzen und somit indirekten Einfluss auf unsere Kinder nehmen können, wirst du in diesem Artikel erfahren.

Mütter und Töchter haben die stärkste Bindung

Forscher haben herausgefunden, dass die Beziehung zwischen Mütter und Töchter die stärkste aller Eltern-Kinder-Bindung ist. Das Forscherteam um die Psychiatrie Professorin und Neurowissenschaftlerin Fumiko Hoeft von der University of California stellten fest, dass die Ursache dafür emotionale Prozesse im Gehirn sind, die bei Müttern und Töchtern ähnlich ablaufen. Mit der Magnetresonanztomographie (MRT) konnten die Forscher abbilden, dass die Hirnareale bei Müttern und Töchtern viel ähnlicher waren, als in allen anderen Elternteil-Kind-Kombinationen.

Generell kann also gesagt werden, dass dieses unsichtbare Band zwischen Eltern und vor allem zwischen Müttern und Kindern eine starke Bindung ist, die in den allermeisten Fällen ein Leben lang hält. Das Band, dass faktisch bereits im Mutterleib durch die Nabelschnur existiert, knüpft sich weiter und fester auch nach der Geburt.

So hilft diese Verbindung beim Lernen

Eine motivierte Mutter nutzte seit 4 Wochen das Konzentrationstraining, damit ihre Tochter (10 Jahre) spielerisch neue Verbindungen (Synapsen) in allen Gehirnarealen aufbaut, um dadurch schulische Probleme zu lösen und konzentrierter zu werden.

Sie kontaktierte uns und erzählte, dass sie sich große Sorgen wegen ihrer Tochter macht. Sie tut sich in der Schule schwer, liest sehr langsam und ist unkonzentriert bei der Hausaufgabe.

Wir erklärten ihr, dass sie erst seit 4 Wochen das Training nutzt und sie solle ihrer Tochter Zeit geben, damit sich neue Verbindungen im Gehirn aufbauen und Leistungsverbesserungen einstellen können. Sie solle sich keine Sorgen machen. Manche Kinder verbessern sich erst nach 2, 4 oder 12 Monaten.

Die Mutter verstand das, wollte aber zusätzliche Übungen mit ihrer Tochter durchführen, dass der Verbindungsaufbau schneller voran schreitet. Es war zu spüren, dass die Mutter sehr hohe Erwartungsansprüche an ihre Tochter hatte und sich dauernd Sorgen machte. Wir haben der Mutter empfohlen bewusst nichts zu machen! Sie war etwas irritiert über diese ungewohnte Empfehlung, aber wir erklärten es ihr.

Wenn sie sich ständig Sorgen macht, überträgt sich das auf ihre Tochter. Durch die unsichtbare Verbindungen zur Mutter, spürt die Tochter das insgeheim und bekommt wohlmöglich diese Bedenken und Sorgen frei Haus geliefert. Dies ist nicht zielführend und sicher nicht hilfreich für das Kind.

Wichtig ist, so erklärte wir ihr, sie solle dem Kind die volle Unterstützung geben, an es glauben, es lieben, egal wie die schulischen Leistungen im Moment sind und ihr den Freiraum geben, den es braucht. Also eine positive, liebe- und vertrauensvolle Umgebung schaffen. Alles andere wird sich einstellen.

Diese wahre Geschichte soll zeigen, dass die Verbindung zwischen Eltern und Kindern positiv wie negativ, bewusst oder unbewusst genutzt werden kann. Diese Verbindung ist wahrscheinlich wichtiger und einflussreicher, als uns das allen bewusst ist. Der Forscher Christian Opitz sagte einmal im Rahmen einer Ausbildung, dass wenn Kinder gecoacht oder vielleicht sogar therapiert werden, dass auch gleichzeitig die Eltern in den Prozess integriert werden sollten. Dies wäre wohl einer der besten und erfolgsversprechendsten Wege.

Wie hilft dir das unsichtbare Band beim Lernen?

Haben Schulkinder Nachholbedarf in gewissen Schulfächern oder können sich nicht optimal konzentrieren, solltet ihr für eure Kinder eine Trainings- und Nachhilfeform auswählen, bei der ihr als Mütter oder Väter ebenfalls direkten oder indirekten Einfluss auf die Kinder nehmen könnt. Wie gesagt, ihr könnt euren Kinder damit sehr helfen.

Jetzt kommt das Schwierige! Eine solche Trainings- und Nachhilfeform gibt es nicht bzw. wir kennen keine! Wir kennen nur eine, nämlich die, die wir selber entwickelten. Dies war auch einer der Gründe, warum wir uns diesem Thema gewidmet haben.

Bei unserem Konzentrationstraining sind alle wichtigen und kinderunterstützenden Aspekte enthalten:

  • 98% der Kinder haben Spaß bei unserem Training und nutzen es auch während den Ferien
  • Bei unserem Training wird die Konzentrationsfähigkeit spielerisch und bewegend verbessert
  • Unser Training und die Übungen sind kurzweilig und leicht umsetzbar – keine Therapie
  • Wir lösen die Ursache und bauen jede Menge Verbindungen im Gehirn auf – das ist die Basis
  • Eltern können und sollten mitmachen – genialer Nebeneffekt (Verbindung Eltern-Kind!)
  • Kinder und Eltern erzielen eine Leistungssteigerung durch entdecken, erforschen und erleben
  • Die Kinder können zu Hause in einer gewohnten Umgebung mit der Familie üben, dadurch werden sensationelle Ergebnisse erzielt

Wir haben uns in der Vergangenheit viele Trainingskonzepte, Nachhilfe-  und Therapieformen angesehen. Außerdem haben wir eigene empirische Studien durchgeführt und wir mussten leider feststellen, dass die Maßnahmen, die man den Kindern zumutet weder gehirngerecht sind, noch Spaß machen oder die Ursache lösen.

Dabei sind diese Aspekte extrem wichtig und sollten bei der Entwicklung eurer Kinder eine große Rolle spielen!

 

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Mehr Konzentration durch Dopamin – 3 Tipps

Weisst du, was dich wirklich antreibt und glücklich macht? Weisst du, warum du manchmal voll bei der Sache bist, optimistisch, voller Selbstvertrauen in gespannter Erwartung?Verantwortlich dafür ist ein Hormon: Dopamin. Genau genommen sind zwei Hormone dafür verantwortlich, Dopamin und Serotonin. Diese beiden körpereigenen Drogen sind für deine Antriebskraft verantwortlich und steuern deine Stimmung.

Warum gerade Dopamin einen enormen Einfluss auf die Lern- Aufnahme- oder Konzentrationsfähigkeit hat, wirst du in diesem Artikel erfahren.

Lernen lernen müssen wir von Natur aus nicht mehr. Diese Gabe oder Fähigkeit hat uns unsere liebe Natur in die Wiege gelegt. Wir sind von Natur aus neugierige Wesen, stets auf der Suche nach Abenteuer, neuen Wissensgebieten und Erfahrungen. Unsere Neugierde treibt uns an. Die  Dinge dann selber erlebt zu haben macht uns letztendlich glücklich. So ticken zu mindestens Kinder bis sie eingeschult werden.

Lernen kann Spaß machen, wenn es Spaß macht. Und hier liegt auch der Hase im Pfeffer begraben. Haben wir keinen Spaß an einer Sache, z.B. lernen von etwas Neuem in der Schule, dann wird kein Dopamin ausgeschüttet und wir haben keine Lust. Die Konzentrationsfähigkeit ist im Keller und das Aufnehmen von neuem Wissen wird zur Qual. Dabei liegt es selten an den Fächern die in der Schule vermittelt werden, sondern eher an der Art und Weise der Vermittlung. So kann es passieren, dass der eine oder andere Schüler am Lernen, so wie es in den meisten Schule passiert, keinen Spaß hat – leider.

 

Dopamin lässt dich lächeln

Dabei ist unser Gehirn ziemlich clever und offen zum Lernen eingestellt. Neben den neuen Verbindungen (Synapsen), die das Gehirn jeden Tag baut, wenn es am Lernen ist, befindet es sich in einem mehr oder weniger ausgewogenen Zustand. Kommt plötzlich etwas vor, dass uns Lust bereitet, wird der Neurotransmitter Dopamin ausgeschüttet.

Dopamin wird im Mittelhirn erzeugt und ist ein Einpeitscher, Erreger und Motivator. Mit dem Ausschütten dieses Hormons, wird die Sensibilität verschärft, wir werden wacher und die Begeisterung erhöht sich. Die Lern-und Aufnahmefähigkeit nimmt zu und wir sind konzentriert bei der Sache. Ein fantastischer Zustand, den wir gerne immer haben wollen.

Wir erleben diesen Zustand beim Sex, bei sozialen Erfolgserlebnissen, erreichen eines sportlichen Zieles, übermäßiger Freude, positiven Überraschungen und eben beim freudvollem Lernen.

Dabei liegt es nicht direkt am Dopamin, warum wir uns so motiviert fühlen, sondern eher, was das Hormon in Gang setzt. Der Neurotransmitter aktiviert nämlich einen zentralen Kern in unserem Belohnungssystem (Nuceleus accumbens). Wird dieser mit Dopamin überschwemmt, werden stimulierende Substanzen ausgeschüttet (Opiate), die eine Belohnung erwarten lassen.

Neben dem Glückshormon Dopamin spielt noch ein weiteres Hormon eine wichtige Rolle: das Wohlfühlhormon Serotonin, welches ebenfalls als Belohnung für positive Erlebnisse ausgeschüttet wird. Du fühlst dich voller Energie und bist glücklich – einfach so. Serotonin ist eher für das allgemeine Wohlbefinden und die Stimmung verantwortlich, hingegen Dopamin eher für den inneren Antrieb und die Motivation.

Dopaminmangel

Ohne Dopamin wird das Leben öd und grau. Nichts macht Spaß, die Stimmung ist fast auf dem Tiefpunkt, man ist antriebslos und das gesamte Wohlbefinden verschlechtert sich. Auf Dauer ohne Dopamin führt es zu erhöhter Müdigkeit und zu Konzentrationsschwierigkeiten.

Dopaminmangel ist eben auch mit dafür verantwortlich, dass Schüler gewissen Lernstoff auf Dauer nicht behalten können. Warum auch. Es hat keinen Spaß gemacht den Lernstoff zu lernen, noch ist der Sinn und Zweck für Kinder bzw. für das Gehirn nicht klar, warum sie das lernen mussten. Wenn ihr euch selber mal zurück erinnert an folgende Schlüsselwörter: Cosinus, Tangente oder Ohmsche Gesetz. Na, kommt Freude auf? Oder doch eher fragende Blicke.

Den meisten Menschen geht es so wie den meisten Schülern: die wenigsten können sich an einen solchen Schulstoff erinnern, geschweige denn ihn erklären.

Dabei wäre es wahrscheinlich ein Leichtes, diesen Schulstoff lustig, ereignisreich und unterhaltsam aufzubereiten und zu vermitteln. Hierzu gibt es genügend Beispiele von Schulen, die das so umsetzen (z.B. School of Trust, Treibhäuser der Zukunft usw.)

 

So kommt Dopamin zurück in dein Leben

1. Setze dir Ziele
Sich kurzfristige Ziele zu setzen ist ein probates Mittel die Dopaminproduktion anzukurbeln. Klingt simpel, wirkt aber. Haben wir ein Ziel vor Augen, sind wir motiviert dieses Ziel zu erreichen. Man strengt sich eher an und bei Erreichen sind wir glücklich es geschafft zu haben. Dopamin wird ausgeschüttet. In der Schule wird das natürlich etwas spannender, da wir keinen Einfluss auf den Unterrichtsstoff und die Art der Vermittlung haben. Wobei es hervorragende Lehrer gibt, die es dennoch schaffen den Stoff unterhaltsam zu vermitteln und somit den Spaß in die Schulklasse zu bekommen – das ist echte Pädagogik!
Zu Hause kannst du z. B. die Hausaufgaben deiner Kinder anders oder kreativer gestalten. Mache ein Spiel daraus. Wichtig dabei sind die regelmäßigen Pausen während der Hausaufgabe. Somit werden die Neurotransmitter wieder aktiviert und das Gehirn ist wieder aufnahmefähiger, konzentrierter und kann Lernstoff besser und schneller behalten.
Hierzu lese bitte die Blogbeiträge Stressfrei die Hausaufgabe machen und Konzentration steigern – so gelingt’s

2. Werde wieder zum Kind
Wir erinnern uns an unsere Kinder, mit welcher Hingabe diese über Stunden in ihre eigene Spielwelt versunken und ganz bei sich selbst waren. Fantastisch! Diesen Zustand nennt man Flow. Genau genommen hat der Autor Mihaly Csikszentmihalyi diesen Begriff definiert. Er beschreibt jener Zustand, der uns diesen glücklich, zufrieden und ausgeglichen erleben lässt. Die Zeit vergeht im Fluge und wir sind einfach nur glücklich – dank Dopamin und Serotonin!
Auch haben wir bei unseren Kindern erlebt, dass diese sich über ein Blatt, was vielleicht gerade vom Baum gefallen ist, dermaßen freuen und dieses nur beobachten. Oder sie schauen einem Vogel nach, der gerade seine Runden am Himmel zieht. Oder sie verfolgen während es regnet einen Regentropfen, der an der Fensterscheibe runterrollt.
Wann hast du das letzte Mal einen Regentropfen beobachtet, wie er die Scheibe runterrollt? Wann hast du das letzte Mal einen Baum beobachtet und sich daran erfreut, wie er sich im Wind bewegt, als würde er tanzen?
Lebe diese einfachen und doch so sinnvollen Aktivitäten deinen Kindern vor! Findet eure Leidenschaft und Begeisterung für die einfachen Dinge wieder. Die Welt ist fantastisch und bietet uns eine Vielfalt an Möglichkeiten – wir müssen es nur zulassen und wieder erkennen. Das macht Spaß und Dopamin und Serotonin wird dein ständiger Begleiter werden.

3. Vermeide langweilige Nachhilfe
Solltest du mit deinem Kind die Herausforderung haben, dass es sich z.B. in der Schule oder bei der Hausaufgabe nicht konzentrieren kann oder dein Kind hat andere schulische Herausforderungen, wie z.B. Mathe- oder Rechtschreibprobleme, dann solltest du deinem Kind auf jeden Fall ein unterhaltsames und kurzweiliges Lernprogramm bieten, welches Spaß (Ausschüttung von Dopamin) macht, alle Gehirnareale optimal vernetzt und die Hauptursache löst, nämlich die Konzentration verbessert.
In einer Umfrage bei Eltern mit schulpflichtigen Kindern (die Nachhilfe benötigen), bei der die Frage gestellt wurde, ob ihre Kinder gerne in die Nachhilfe gehen, war das Ergebnis eher nüchtern aber auch zu erwarten: 98% der Kinder hatten keine Lust auf Nachhilfe. Woran liegt das?
Nachhilfe ist wie lernen nach der Schule, wo Kinder eigentlich frei haben sollten. Die meisten Nachhilfeinstitute gehen sehr klassisch vor und pauken die Fächer, in denen die Kinder Probleme haben. Spaß macht das in den seltensten Fällen und die Konzentrationsfähigkeit ist damit immer noch nicht verbessert. Dabei ist die Konzentration die Basis fürs Lernen und Behalten. Verbessert man die Konzentrationsfähigkeit des Kindes, lösen sich die schulischen Problem zu 60% auf.
Außerdem leidet das Selbstbewusstsein des Kindes, wenn es zur Nachhilfe muss, da es insgeheim spürt, dass etwas mit ihm nicht stimmt.

Deshalb: Als erstes die Konzentration deines Kindes mit Spaß verbessern, dann die schulischen Herausforderungen lösen – ebenfalls mit Spaß – und Dopamin wird den Körper überfluten.

Wer hierzu individuelle Fragen hat, bitte uns einfach kontaktieren mit dem Betreff Dopamin an: info@body-brain-activity.com

 

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Lerngeschwindigkeit erhöhen mit dem offenen und weiten Blick

Dass das Auge eines unserer wichtigsten Sinnesorgane ist, steht außer Frage. Wir wissen, dass wir über die Augen ca. 85% an Wissen und Informationen aufnehmen, und es liegt also nahe, dass wir dieses Sinnesorgan optimal trainieren und pflegen.

Allerdings, was wir mit dem offen oder weiter Blick meinen, ist wahrscheinlich nicht jedem gleich verständlich und nachvollziehbar. Jedoch, wenn wir vom peripheren Sehen sprechen, dann hören wir oft ein erleichterndes “ja genau”.

Und in der Tat kann man den weiten und offenen Blick mit dem peripheren Sehen vergleichen. Denn das periphere Sehen ist eine Form visueller Wahrnehmung, bei der nicht nur eine Stelle, ein Objekt oder ein Punkt fixiert wird, sondern auch das Areal drumherum. Man blickt zwar auf ein Objekt, sieht und nimmt jedoch die Bilder und Geschehnisse drumherum wahr.

Diese verborgene und brachliegende Fähigkeit regelmäßig trainiert, schafft nahezu Wunder und hilft jedem Schulkind, dass es sich besser konzentrieren kann und seine Lerngeschwindigkeit erhöht.

Was verbirgt sich hinter dem weiten und offenen Blick genau?

Hierzu möchten wir einen kleinen Abstecher in den asiatischen Raum machen. Denn gerade in den östlichen Kulturen, wo fast alle Kampfkünste geboren und entwickelt wurden, wird oft von einem weichen Fokus berichtet, der mit dem peripheren Sehen oder einem weiten und offenen Blick gleichzusetzen ist.

Es wird sogar den Meistern der Kampfkünste nachgesagt, dass sie genau wissen, was hinter ihnen vorgeht. Japanische Bogenschützen trainieren diese Art der Wahrnehmung ebenso, auch Schamanen beherrschen diese Technik.

Bei dem weiten und offenen Blick oder dem peripheren Sehen geht also darum, die Dinge um das anvisierte Objekt drumherum mehr oder überhaupt wahrzunehmen. Man schaut auf ein Objekt oder Subjekt, und kann links und rechts, oben und unten alles wahrnehmen – eine Fähigkeit, die wir von Natur aus alle besitzen! Vor allem bei Kleinkindern kann man das noch sehr gut beobachten.

Folgendes Beispiel:
Man hat Freunde mit Kleinkindern eingeladen, die dann mit den eigenen Kleinkindern spielen können. Um der Sorgfaltspflicht gerecht zu werden, spielen die Kinder in der einen Ecke des Zimmers, während die Eltern im selben Raum auf der anderen Seite in ihre Erwachsenengespräche vertieft sind, wohl immer mit einem Auge bei den Kindern. Die Kinder sind in ihr Spiel versunken, bekommen sonst nichts mit, können aber das Gespräch der Erwachsenen hören.

Der Tag neigt sich dem Ende zu, und die Freunde verabschieden sich. Jetzt kann Folgendes passieren: Die eigenen Kinder fragen zu den einen oder anderen Gesprächspassagen aus dem Erwachsenengespräch etwas, was sie irgendwie aufgeschnappt haben und nicht hätten aufschnappen sollen. Kennt ihr so etwas? Habt ihr so etwas schon mal erlebt? Wie können Kinder, vertieft in ihr Spiel, Gesprächspassagen von Erwachsenen aufgreifen, obwohl sie nicht aktiv zuhören?

Kinder haben von Natur aus eine 360 Grad-Aufnahmefähigkeit! Sie können Dinge sehen, hören oder aufnehmen, auf die sie nicht unbedingt fokussiert oder mit denen sie nicht direkt verbunden sind. Diese Fähigkeit hatte jeder von uns.

Man hat in einer Studie herausgefunden, dass Kinder zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr eine 25mal schnellere Aufnahmefähigkeit haben als die besten Elitestudenten der Welt. Ebenso ist die Merkfähigkeit um ein vielfaches besser, sowie die Lerngeschwindigkeit deutlich höher, als in den späteren Jahren. Dies bestätigen auch die Daten aus der Sprachentwicklung bei Kindern bis zur Einschulung.

In der Zeit vom 1. Lebensjahr bis zur Einschulung lernen Kinder in atemberaubender Geschwindigkeit die Muttersprache. Zu Beginn der Schulzeit beherrschen Kinder im Durchschnitt 2.500 Wörter. Der kindliche Spracherwerbprozess gilt dann als weitgehend abgeschlossen.

 

Der Tunnelblick – der Gegenspieler des weiten und offenen Blicks

Der Tunnelblick ist wohl der Blick, den wir am leichtesten nachvollziehen können und der landläufigen Meinung entsprechend eher als fokussierten Blick beschreiben würden. Die meisten Menschen laufen den lieben langen Tag mit diesem Tunnelblick umher. Soweit ist das nichts Schlimmes, sofern wir noch in der Steinzeit leben würden.

Wie der Begriff schon andeutet, befinden wir uns in einem Tunnel und sehen nur eine Sache – ein Objekt oder Subjekt, auf das wir uns konzentrieren. Wir glauben, dass wir uns richtig konzentrieren, aber das Gegenteil ist der Fall: Die Konzentrationsfähigkeit sowie die Lerngeschwindigkeit nehmen ab und die Aufnahmefähigkeit wird beeinträchtigt.

Der Tunnelblick hat nur einen einzigen Vorteil, nämlich wenn es ums Überleben geht.

Machen wir einen Sprung in die Steinzeit:
Wir sitzen alle gemütlich und entspannt beim abendlichen Lagerfeuer als unerwartet ein Säbelzahntiger über die Hecke springt und Lust auf Menschenfleisch hat. Jetzt heisst es rennen um sein Leben! Jetzt brauchen wir den Tunnelblick, denn jetzt geht es ums nackte Überleben und wir wollen am Leben bleiben. Jetzt interessiert uns nicht, dass das Fleisch noch auf dem Feuer liegt oder das Steinbett noch nicht zum Schlafen vorbereitet wurde. Das Gehirn schaltet automatisch auf Tunnelblick und auf den Überlebensmodus.

Für das Gehirn bedeutet das Alarmstufe ROT, nur eine Sache im Blick: Flucht und Überleben. In dieser hochangespannten Stresssituation werden alle Kräfte mobilisiert und das Immunsystem fährt gegen Null. Haben wir überlebt, erholen wir uns von dem Schreck. Ist der Säbelzahntiger schneller gewesen, dann ist eh alles egal.

Was hat der Tunnelblick mit Heute zu tun?

Nun, in der Schule wird leider dieser Tunnelblick unbewusst trainiert. Kinder lernen lesen in dem sie Wort-für-Wort lesen, sogar mit Hilfe des Zeigefingers, um den Blick auf nur eine Stelle zu richten. Das Gehirn befindet sich aber dann immer im Tunnelmodus. Und der Tunnelmodus bedeutet Stress – wie wir zuvor erfahren haben.

Und Stress ist der Gegenspieler von freudvollem Lernen, blockiert die Lerngeschwindigkeit und Aufnahmefähigkeit beim Lernen.

Der Tunnelblick aktiviert das Stammhirn, und dies ist nicht wirklich hilfreich beim Lesen oder Lernen. Auf Dauer ist das sehr anstrengend und verlangsamt unsere Lesegeschwindigkeit deutlich und unsere Konzentrationsfähigkeit bleibt auf der Strecke. Auch verursacht der Tunnelblick fast permanent einen Stresszustand für das Gehirn, welches dadurch nicht optimal arbeiten kann.

Übrigens
Man kann den weiten und offenen Blick trainieren und wieder zum vollen Einsatz bringen. Hierzu bieten wir ein Seminar an (Titel: Geniale Lese- und Lerntechnik), wie man bis zu 25mal schneller lesen und lernen kann, die Konzentration dauerhaft steigert bei besserem Verständnis und mehr Spaß!

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Was kannst du jetzt gleich tun?

Entspannung für das Gehirn kannst du oder dein Kind erzeugen, indem du vor dem Lesen oder vor dem Hausaufgabe machen kurz inne hältst, den Blick auf das offene Buch richtest, jedoch nicht auf ein Wort fokussiert, sondern auch das Drumherum erfasst.

Du siehst, ohne den Blick von dem Buch zu nehmen, links und rechts die Möbel in dem Raum, die Wand usw. Du kannst, obwohl du den Blick auf das Buch gerichtet hast, den Raum erfassen (räumlich weite Wahrnehmung).

Dadurch entspannen sich das Gehirn und die Augen – deine räumliche Wahrnehmung wird trainiert. Nach dem Lesen oder der Hausaufgabe machst du oder dein Kind die gleiche Entspannungsübung für ca. 60 Sekunden – weicher und offener Blick.

Auf Dauer wir sich dann dein Aufnahme- und Merkfähigkeit, sowie deine Konzentration verbessern.

Auch in allen Alltagssituationen kannst und solltest du den weichen offenen Blick immer wieder einbauen: beim Spazierengehen, beim Autofahren, in Gesprächen usw.

Die Fähigkeit der räumlichen Wahrnehmung muss dauerhaft trainiert werden. Menschen mit teilweise fast täglichen Beschwerden, wie z.B. brennende Augen, Leseprobleme, Konzentrationsprobleme, Lernschwierigkeiten, schnelle Ermüdung können mit entsprechendem visuellen Training diese Beschwerden deutlich reduzieren, was einige Studien bestätigen (z.B. Simons/Grisham, 1987). Auch eine enorme Stärkung des Immunsystems erfolgt durch den weichen Blick.

 

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Konzentration steigern – so gelingts

Konzentration: eine wichtige Fähigkeit

Der Begriff „Konzentration“ bezieht sich häufig auf schulische Anforderungen. „Konzentrier dich!“ ist eine Aufforderung, die wohl alle Kinder schon mehr als ein Mal gehört haben. Doch was steckt hinter dem Begriff? Wie erreichen wir eine „höhere Konzentration“, um einzelne Aspekte im Leben intensiver wahrnehmen und in der Konsequenz zu besseren Ergebnissen kommen zu können?

Was meint Konzentration?

Konzentration bedeutet, sich ganz und gar auf einen Gegenstand einzulassen. Man ist mit seinem Verstand und seinen Sinnen vollkommen auf eine Sache fokussiert. Sei es, dass ein Kind in der Schule den Ausführungen der Lehrer folgt oder eine Teamarbeit zielorientiert erledigt. Konzentration zeigt sich auch bei den Hausaufgaben. Das Wort stammt aus dem Lateinischen. „Concentrare“ beinhaltet die Vorsilbe „con“ = „mit“ und „centro“ = Mittelpunkt. Ein konzentrierter Mensch ist folglich ein Mensch, der sich gesammelt und bewusst einer Aufgabe widmet. Ob sich Konzentration beim Spielen, Lernen, Lesen, Sport oder Computerspielen zeigt, ist zunächst sekundär. In der Psychologie spricht man von „Flow“, wenn Kinder und Erwachsene ganz in ihr Tun versunken sind. Nichts lenkt einen mehr ab, die Welt bleibt außen vor. Im Flow ist der Mensch im Lot und verliert sein Zeitempfinden. Inhaltlich haben wir es bei Konzentration, sei es bei Spielen oder Lernen, folglich mit einem positiv belegten Begriff zu tun. Häufig wird Konzentration jedoch negativ benutzt: Ein Kind kann sich nicht konzentrieren, die Konzentration lässt vor der Zeit nach, die Konzentration ist niedrig oder gar nicht vorhanden. Solche und ähnliche Urteile über Konzentration kennen viele Schüler und damit viele Eltern. Lehrer bemängeln in der Schule oft, dass es Kindern an Konzentration beim Lernen fehle, Eltern sind ratlos. Alle sind verunsichert. Was ist falsch gelaufen? Versagen Eltern, Lehrer, die Schule? Konzentration und Leistung scheinen zusammenzugehören – und doch so schwer erreichbar zu sein. Die gute Botschaft ist: Konzentration und Lernen lassen sich üben. Sie sind weder magisches Können noch unerreichbare Eigenschaften Hochbegabter.

Potenziale erkennen

Es gibt viele Möglichkeiten, um die Konzentration von Kindern zu erhöhen. Eltern sollten dabei jedoch eine Sache nicht vergessen: Sie selbst sind es, die ihren Kindern ein Vorbild geben. Wenn ich mein Kind zu Konzentration anhalte, selbst aber geistig abwesend bin, weil ich dauernd über meinem Smartphone hänge, gehetzt und nicht fokussiert bin, gebe ich kein überzeugendes Beispiel. Es reicht nicht, Kinder mit Worten zu traktieren oder gar Vorträge zu halten. Ohnehin erkennen schon ganz kleine Kinder an Mimik und Verhalten ihrer Eltern, wie diese sich fühlen und ob ihr Verhalten mit ihren Worten kongruent ist. Deswegen ist das gelebte Vorbild eine Voraussetzung dafür, Konzentration zu lernen.

Tipps für eine bessere Konzentration

Fallstrick Digitalisierung und Werbung

Die rasante Digitalisierung der vergangenen Jahrzehnte und die damit einhergehende Reizüberflutung ist eine Herausforderung, die es in jeder einzelnen Familie zu meistern gilt. Weltweite Untersuchungen zeigen, dass die stete Präsenz von Smartphone und Tablet nicht nur zu Zerstreuung und unruhigem Verhalten bei Schulkindern führen. Wie der Psychotherapeut Manfred Spitzer betont, führen unmäßiger Gebrauch von Computerspielen und Smartphone langfristig zu ernsthaften Schäden wie Dickleibigkeit, Herzbeschwerden, Bluthochdruck und Vereinsamung. Wenn wir also über Konzentration nachdenken, geht es nicht nur um kurzfristige Schulerfolge unserer Kinder, sondern um langfristig verantwortliches Handeln der Eltern.

Reizüberflutung, wie sie auch durch Werbung geschieht, ist von Eltern nur bedingt zu kontrollieren. Werbeplakate, Werbesprüche und vor allem bewegte Bilder fräsen sich unerbittlich durch stete Wiederholung ins menschliche Bewusstsein ein. Ein bewusster Umgang damit kann ebenso wie ein bewusster Umgang mit digitalen Medien, Laptop und Smartphone jedoch zu reflektiertem Verhalten von Kindern und Jugendlichen führen! Umgekehrt gilt: Je unbewusster damit umgegangen wird, desto gefährlicher. Was können Eltern tun? Angenommen, Sie sind mit Ihren Kindern in einer beliebigen Großstadt in der U-Bahn unterwegs und werden im Abstand von wenigen Metern oder an Litfaßsäulen mit Videos, bewegter Reklame oder aufdringlicher Werbung konfrontiert. Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber! Vermitteln Sie Kindern, dass man nicht alles anschauen und damit in sich aufnehmen muss. Unterstützen Sie Ihre Kinder dabei, sich innerlich von dieser Form der konstanten Berieselung abzugrenzen.

Benutzen Sie innerhalb der Familie digitale Medien kontrolliert. Hängen Sie selbst nicht ständig über ihrem Smartphone, um E-Mails zu checken oder irgendwelche Informationen aus dem Netz zu holen. Setzen Sie auf lebendige Kommunikation, die einfühlsames Zuhören als Grundlage hat. Wenden Sie sich ganz Ihrem Kind zu. Konzentration entsteht aus Stille. Innere Stille kann aber nur erlebt werden, wenn der steten Reizüberflutung mit Ruhe begegnet wird.

Sinnvoller Einsatz von Laptop und Smartphone ist zu begrüßen. Aber überlegen Sie genau, wann Ihr Kind ein eigenes Handy braucht und ob der PC im Kinderzimmer wirklich schon sein muss. Die Gefahr, dass sich Kinder unkontrolliert im Netz verlieren und stundenlang surfen, ist hoch. Schon heute beschäftigen sich viele Kinder und Jugendliche überwiegend mit dem Internet, statt selbst kreativ zu werden, sich an frischer Luft zu bewegen oder in Ruhe ein Buch zu lesen.

Ergebnisse aus der Hirnforschung

Schulkinder brauchen immer wieder eine Pause. Warum? Sogenannte Neurotransmitter sind für die Signalverarbeitung im Gehirn verantwortlich und für unsere Konzentration unabdingbar. Nach 20 bis 25 Minuten konzentrierten Nachdenkens oder Arbeitens sinken die Neurotransmitter gegen Null. Grundschulkinder spüren instinktiv nach dieser Zeit, dass sie sich nicht mehr konzentrieren können. Sie werden unruhig und zappelig, sie können kaum mehr ruhig sitzen. Wissenschaftlich erwiesen ist: Nur 30 bis 60 Sekunden Bewegung helfen, um Neurotransmitter wieder aktiv werden zu lassen. Nicht immer kann ein Schulkind eine große Pause mit Fußballspielen oder Spielen einlegen. Das macht nichts! Es genügt, wenn Ihr Kind kurz Arme und Hände durchschüttelt oder sich an Körper und Kopf abklopft. Deutschland und Österreich hätten konzentriertere, ruhigere und positiv motiviertere Klassen, wenn diese einfache, aber fundamentale Erkenntnis im Unterricht umgesetzt würde. Doch nicht nur in der Schule, auch in der Mittagsbetreuung oder beim Lernen zu Hause sollte man diese wirksame Methode anwenden.

Wie diese einfache Methode/Übung in der Praxis aussieht, kannst du in diesem Video:

Hier auf diesen Link klicken und Video ansehen

In Kärnten wird diese Methode allerdings schon sehr erfolgreich in zahlreichen Schulen umgesetzt.

Die Natur entdecken

Es mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, aber gerade die Natur bietet eine unendliche Ressource, um einerseits zu entspannen und andererseits Kraft zu tanken und damit die Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen. Gehen Sie schon mit kleinen Kindern viel an die frische Luft! Sitzen Sie nicht nur auf dem Spielplatz, sondern bewegen Sie sich mit Ihren Kindern durch den Wald, über eine blühende Blumenwiese oder nehmen Sie zusammen ein Picknick am Fluss ein. Frische Luft bekommt allen Kindern. Auch die Eindrücke, die man aus der realen Welt mitnimmt, sind von unschätzbarem Vorteil für die Entwicklung von Konzentration: Im Frühling erleben Kinder das Aufblühen der Natur, die frischen Farben, im Sommer das satte Grün, im Herbst die Farbenpracht, im Winter die klare, kühle Luft. Alle Sinne werden angeregt, das Gehirn durchgelüftet, der Körper trainiert. Natürlich hat man nicht immer Zeit für große Ausflüge! Wenn Sie einen Garten haben oder in einer ruhigen Wohnstraße leben, genügt es, Kinder zum Spielen nach draußen zu schicken. Vielleicht eignet sich in der Großstadt auch eine nette Grünfläche oder ein weitläufiger Park, um ein Gefühl für die Natur zu bekommen. Für jedes Wetter gibt es passende Kleidung, sodass auch Regen, Matsch und Schnee kein Hinderungsgrund sind. Im Gegenteil! Bewegung an frischer Luft klärt die Sinne. Pausen bei den Hausaufgaben, Auszeiten – auch am Wochenende – führen zu erhöhter Konzentration, wenn Ihr Kind wieder am Schreibtisch sitzt. Energie tanken heißt auch, den eigenen Körper wahrzunehmen. Vergessen wir nicht: Der Mensch war Jahrtausende lang darauf angelegt, sich an frischer Luft zu bewegen. Stundenlanges Sitzen und konzentriertes Nachdenken sind neuere Herausforderungen in der Menschheitsgeschichte. Ihnen kann bewusst begegnet werden!

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So punktest du bei deinen Kindern

Bewusst zu leben bevölkert Werbung, Foren und Printmedien. Doch wie steht es in unserem persönlichen Alltag damit? Gelingt es uns, kleine Dinge zu genießen, Kindern ein Vorbild zu sein, selbst motiviert mit Herausforderungen umzugehen?

Es gibt zahlreiche Fallen, in die Eltern verständlicherweise tappen können. Man fühlt Stress bei der Arbeit und checkt deswegen in der Freizeit oder in den Ferien seine Mails. Man ist müde und möchte sich am Abend nicht mehr zum Joggen oder Spazierengehen aufraffen. Verführerisch leicht lässt sich der Fernseher bedienen, schnell hat man durch verschiedene Programme gezappt. Zu spät stellen viele fest, dass die Zeit vergeudet worden ist und man Seele und Körper besser hätte in Form bringen können.

Dabei ist es gar nicht so schwierig, Kindern das Leben bewusst vorzuleben und dabei selbst ausgefüllter und zufriedener zu sein. Vorausgesetzt, die Fallstricke sind einem selbst bewusst. Vergegenwärtigen Sie sich immer, dass Kinder ihre Eltern sehr genau beobachten. Schon kleine Kinder erfassen intuitiv, wie sich Eltern fühlen und ob die Worte ihrer Eltern mit deren Taten übereinstimmen. Worauf also gilt es zu achten?

Sprechen und Handeln in Einklang bringen

Alle Eltern werden in Kindergarten und Schule über die Gefahren des Internets aufgeklärt. Hoch motiviert kehrt man dann vom Elternabend zurück und stellt Regeln auf. Beispielsweise wird dem erstaunten Nachwuchs erklärt, dass der Handy- und Internetkonsum nur auf eine halbe Stunde täglich begrenzt ist. Keine Frage, solche Überlegungen und Regeln sind sinnvoll. Doch viel wichtiger ist es, selbst ein überzeugendes Vorbild zu sein. Bevor man seine Kids maßregelt, sollte man offen und ehrlich mit den eigenen Vorlieben und Verhaltensweisen umgehen. Wann und wie oft surft man selbst durchs Netz? Sind Handy und iPad bei Tisch tabu oder wie ein stiller Freund, der immer befragt wird, ehe die Familienmitglieder miteinander kommuniziert haben?

Dasselbe lässt sich über Kochen und Essen sagen. Nicht jeder kocht gerne. Gemeinsame Mahlzeiten machen Mühe. Einkaufen, Gemüse schnippeln, Kartoffeln garen, aufdecken, abdecken, spülen: Dies alles kostet Zeit. Gegebenenfalls schmeckt ihren Kindern auch das Essen nicht, und das wird deutlich kommuniziert. Ist das ein Grund aufzugeben? Keinesfalls! Bleiben Sie geduldig, sprechen Sie mit Ihren Kindern und sagen Sie ihnen, was Sie am Kochen schön finden. Kräuter duften gut, frische Karotten und Paprika schmecken süß und knackig, Salat hat viele Vitamine, es macht Freude in einzelnen Schritten eine leckere Soße anzurühren. Gerade kleine Kinder helfen gerne mit. Auch wenn es länger dauert: Lassen Sie Ihre Kinder mithelfen und loben Sie ehrlich, aber nicht übertrieben. Kinder sollten lernen, dass Arbeit normal ist und dazu gehört.

 

Bleiben Sie im Gespräch

Kinder sind perfekte Beobachter. Sie erkennen schnell und klar, ob ihre Eltern authentisch sind. Darüber hinaus freuen sich Kinder, wenn sie ernst und wahrgenommen werden. Das Stichwort für einen bewussten Umgang mit allen Dingen fängt bei den eigenen Kindern an. Wenden Sie sich Ihren Kindern zu, sprechen Sie mit Blickkontakt und sind sie ganz präsent. Buggys schiebende, joggende und telefonierende Eltern wirken vielleicht lässig, sind aber kein Vorbild an liebevoller Zuwendung. Gerade Kinder spüren, ob die Eltern sich vollständig auf sie einlassen oder mehrere Dinge nebeneinander tun. Dabei ist es besonders wichtig, seinen Fokus – vor allem bei größeren Kindern – auch auf das Zuhören zu richten. Nur durch sanftes Nachfragen erfährt man, ob sich Kinder in der Schule wohlfühlen oder durch Bewertungen von Lehrern und Mitschülern verunsichert worden sind.

 

Lösungen finden

Jedes Gespräch ist wichtig. Noch wichtiger ist jedoch die positive Einstellung dem eigenen Leben gegenüber. Herausforderungen wird es immer geben. Die Frage ist, wie man mit Schwierigkeiten umgeht. Bestärken Sie Ihr Kind zu einem bewussten Umgang mit den eigenen Gefühlen. Welche Lösung stellt sich Ihr Kind vor, wenn es sich im Sportverein nicht wohlfühlt? Viele Eltern erwarten von ihren Kindern Leistungen, die sie selbst nicht erbracht haben. Das ist verständlich. Schließlich möchte man nur das Beste für sein Kind und kennt das Gefühl, im einen oder anderen Gebiet versagt zu haben. Aber: Fehler, Versagen und Niederlagen gehören zum Leben dazu. Durch Schwierigkeiten lernen wir uns besser kennen, suchen nach neuen Wegen, werden kreativ und aufgeschlossen für Neues. Bestärken Sie sich innerhalb der Familie. Besprechen Sie eigene Sorgen durchaus auch mit Ihren größeren Kindern. Das schafft Vertrauen und führt oft zu ungeahnten Lösungen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Konzentration und Leistungsfähigkeit kann man spielerisch lernen. Wer Sport treibt und keinem falschen Leistungsgedanken aufsitzt oder ein Instrument lernt, übt sich in Hingabe. Hingabe kann man durch kleine Dinge lernen. Schärfen Sie früh die Sinne Ihrer Kinder. Lenken Sie beim Waldspaziergang den Blick auf Schmetterlinge, fleißige Ameisen und ewig wechselnde Wolkenbilder. Genießen Sie gemeinsam den Duft von frischem Heu im Sommer, das weiche Fell einer schnurrenden Katze, den Duft frischer Brötchen beim Bäcker oder das sanfte Rauschen der Wellen, die an Land plätschern. Lassen Sie Ihre Kinder die Augen schließen und einen weichen Stoff fühlen oder an Kräutern riechen. Es gibt viele Möglichkeiten, die Sinne zu schulen, ohne schulmeisterlich zu sein.
Kann Ihr Kind keine Schleife binden und die Lehrerin macht Druck, lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Oft genügt ein bisschen Kreativität, um Spannung zu lösen: Beim gemeinsamen Spaziergang durch den Park übt man mit einem Grashalm, eine Schleife zu binden.
Gemeinsame Zeiten der Stille stärken den Zusammenhalt und das Wohlbefinden. Warum nicht ein paar Minuten auf einer Parkbank sitzen und den Enten zusehen? Oder in eine Kirche gehen und die alten Glasfenster genießen? Auch eine Bergtour mit fantastischen Ausblicken schärft den Sinn für die Schönheit der Natur in klarer Luft.

Die Natur lieben lernen

Die Natur ist unser größter Lehrmeister. Bäume, Blumen, Tiere: Alles lebt in einem eigenen Kreislauf, den man gemeinsam betrachten und erforschen kann. Wer gelernt hat, einen liebevollen Blick auf die Natur zu haben, wird dieses Gefühl auch auf Menschen übertragen. Viele Familien haben daher einen Hund oder eine Katze. Aber auch Vögel, Insekten und Eichhörnchen begeistern mit ihren Fähigkeiten, ihrer Schönheit und ihrer natürlichen Lebensfreude.

Es ist verständlich, dass man sich über lang anhaltenden Regen ärgert. Doch ist es sinnvoll? Ärger ist reflexiv: Man ärgert sich! Deswegen ist es besser, Wege zu finden, wie man mit schlechtem Wetter umgehen kann. Gummistiefel, Regenmantel und Schirm sind einfache Mittel, um schlechtem Wetter zu trotzen und nach einem Spaziergang an frischer Luft wieder gut gelaunt nach Hause zurückzukehren. Gerade der Wechsel ist anregend. Bewegung und der Kontakt mit Sonne, Regen und Wind sind auch für die Psyche des Menschen wichtig.

Für Bewegung sorgen

Kinder brauchen Abwechslung und Kinder brauchen Bewegung. Am besten ist es, täglich länger an die frische Luft zu gehen. Denken Sie daran, Trinken und gesundes Essen mitzunehmen: Kinder werden schnell hungrig!
Besser als Eis oder Schokoriegel vom Kiosk sind knackige Karotten, Äpfel oder frisches Brot.
Wer mit Kindern unterwegs ist, kann sich kleine Spiele ausdenken. Nehmen Sie einen Ball mit, ein Springseil oder eine Slackline. Wenn sich zwei Familien treffen, kann man zusammen Fußball spielen oder in einem städtischen Park ein Volleyballnetz aufbauen.
Bewegung macht schlau, denn die Koordination von Armen, Beinen und Händen schafft direkt Synapsen im Gehirn, die allerdings nur dann erhalten bleiben, wenn man immer wieder trainiert.
Kinder, die vor dem Lernen eine Runde Fahrrad fahren oder im heimischen Garten Fußball spielen, lernen leichter und schneller, als wenn sie direkt nach der Schule oder der Mittagsbetreuung Hausaufgaben machen sollen.

Doch auch hierbei gilt: Eltern sind immer Vorbild, ob uns das passt oder nicht. Wenn man selbst viel raucht oder jeden Abend eine Flasche Wein trinkt, muss man sich nicht wundern, wenn Jugendliche dasselbe tun wollen. Das bedeutet nicht, dass man sich als Eltern Lebensfreude, Optimismus und Feiern abgewöhnen muss. Im Gegenteil! Kinder lieben Eltern, die aktiv sind. Kinder orientieren sich an Müttern und Vätern, die ihnen die Welt vermitteln, eigene Begeisterung formulieren und sie zu Dingen anregen. Sei es, ein Instrument zu lernen, einem Sportverein beizutreten, gemeinsam einen Kuchen zu backen oder eine Fahrradtour zu unternehmen.

Weniger ist mehr

„Less is more“ – der berühmte Satz des großen Architekten Mies van der Rohe besitzt immer noch volle Gültigkeit. Es ist sinnvoll, Kinderzimmer nicht mit allem, was die Werbung vorschlägt, auszustatten. Eine gute Idee ist außerdem, mit seinen Kindern das Zimmer gemeinsam zu gestalten. Kinder finden es toll, wenn Eltern mit ihnen etwas Handwerkliches bauen. Auch Spiele und Lesen fördern Konzentration und spielerisches Lernen.
Große Wünsche kann man langsam wachsen lassen, etwa, indem man darauf spart. Vorfreude ist eine besonders schöne Freude, weil sie die Fantasie in Gang setzt. Zu bewusstem Leben gehört Neugierde. Dann macht Lernen Spaß!

Ausblicke

Natürlich wissen auch wir von Body Brain Activity, dass man nicht alles richtig machen kann. Hinterfragen Sie sich hin und wieder kritisch. Sehen Sie es als Chance, mit Ihren Kindern zu reifen und zu wachsen. Kinder sind ein hervorragender Spiegel und das Wertvollste, was Eltern besitzen. Wer bereit ist, ohne Wenn und Aber Zeit mit seinen Kindern zu teilen und die Gefühle seiner Kinder ernst zu nehmen, wird immer profitieren. Der eine oder andere Umweg schadet nicht, lassen Sie sich niemals entmutigen!

Der ideale Schulstart

Aufgeregt steht der kleine ABC-Schütze vor der Schule, den nagelneuen Schulranzen auf dem Rücken, der noch so riesig und ungewohnt wirkt am eigenen Kind. Die Eltern fühlen sich aber oft nicht halb so schulreif, wie das eigene Kind und denken plötzlich zurück an die Zeit, als das große Schulkind noch die Windeln vollgemacht hat.

Sie fragen sich, ob es den Anforderungen gewachsen sein wird, ob es mit dem Lehrer zurechtkommt, sich in der neuen Umgebung einleben wird, ob es genug Konzentration aufbringen kann. Das i-Dötzchen plagen ganz andere Ängste: Darf ich neben meinem besten Freund sitzen? Werden die anderen aus der Klasse nett sein? Und was ist, wenn ich auf die Toilette muss? All diese Befürchtungen sind normal und verständlich. Jedoch sollten Eltern im Interesse der eigenen Kinder ihre eigenen negativen Erfahrungen mit Schule zurückhalten, um dem Kind positive Erfahrungen überhaupt zu ermöglichen. Lernen in Bewegung macht schlau und fördert die Konzentration, wer das weiß, kann seinem Kind den idealen Schulstart ermöglichen.

Lernen macht Spaß

In Deutschland besteht allgemeine Schulpflicht ab dem sechsten Lebensjahr. Also egal, ob Sie Ihrem Kind vor dem Beginn der Schule von langweiligen Unterrichtsfächern und ungerechten Lehrern Ihrer Schulzeit oder doch lieber von spannenden Themen und netten Klassenkameraden erzählen: Das Kind muss doch zur Schule! Sie tun ihm also nur etwas Gutes, wenn Sie Ihrem Schützling die Schule schmackhaft reden. Das Kind freut sich so auf den Unterricht und die neuen Kameraden, auf Pausenspiele und Lesenacht. Vermitteln Sie dem Kind: Lernen macht Spaß, weil du neue Dinge erfährst. Lernen macht Spaß, weil nette Kinder mit dir in der Klasse sitzen werden.

Eigene Ängste und Erfahrungen nicht projizieren

Auch wenn Sie in der Schulzeit schlechte Lehrer hatten oder gemobbt wurden, ist es wichtig, dass Sie Ihrem Kind keine Angst vor der Schule machen und wenn möglich nicht schlecht über Lehrer, einzelne Unterrichtsfächer oder Schulsysteme sprechen. Gerade in der Grundschulzeit ist der Lehrer eine wichtige Person, zu der Ihr Kind im Idealfall ein vertrauensvolles Verhältnis aufbaut, ähnlich wie zuvor mit dem Bezugserzieher im Kindergarten. Seien Sie jetzt kein Spielverderber! Lassen Sie Ihr Kind unbelastet starten und akzeptieren Sie, dass Mathe vielleicht das Lieblingsfach wird, auch wenn Sie damit noch nie etwas anfangen konnten.

Lernen ist wichtig für die Entwicklung

Wenn der Kinderarzt die Schulreife bestätigt hat, können Sie auch davon ausgehen, dass es die Anforderungen der Schule meistern wird. Nun ist es für das Kind wichtig, dass Sie dieses Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit fördern und ihm ein positives Selbstbild als Schüler geben. Bestärken Sie das Kind in seiner Vorfreude und fangen Sie Ängste ab, indem Sie dem Wunsch des Kindes entsprechen und über die Schule reden. Vielleicht können Sie für die Zeit zwischen Kindergarten und Schule ein paar Hefte besorgen, in denen das Kind spielerisch auf die Schule vorbereitet wird. Dann erfährt Ihr Kind: Lernen macht Spaß! Zudem wird die Konzentration gefördert und hoffentlich eine intrinsische Motivation geschaffen, d. h. das Kind ist aus sich selbst heraus motiviert zu lernen.

Bewegung macht schlau: Hausaufgaben von Anfang an stressfrei gestalten

Wenn die i-Dötzchen aus der Schule nach Hause kommen, haben sie voller Konzentration stundenlang auf einem Stuhl gesessen und sich konzentriert. Das ist ungewohnt und daher müssen die Kleinen sich nun bewegen – auch während der Hausaufgaben, denn Bewegung macht schlau. Alle 20-25 Minuten sollte das Kind die Möglichkeit erhalten, sich für zwei Minuten zu bewegen. Dies ist wichtig für die Leistungsfähigkeit des Gehirns, da die Neurotransmitter in den Synapsen wieder „auf Anfang gestellt“ werden. Bewegung macht schlau, denn das Kind kann danach ruhiger und konzentrierter weiterarbeiten und das Lernen macht Spaß. Eltern, die mit ihren Kindern täglich eine halbe Stunde den Stoff des Vormittags wiederholen, am besten in Bewegung, z. B. während eines Spaziergangs mit dem Kind darüber sprechend, bewahren es vor Überforderung durch ein plötzliches Zuviel vor Klassenarbeiten. Bewegung macht schlau – das wussten schon die alten Griechen und haben nur während des Gehens in großen Wandelhallen gelernt und philosophiert.

Medienkonsum bei Grundschulkindern

Kinder sind sehr aufnahmefähig für neue Lerninhalte – es sei denn, die Aufnahme wird blockiert. Dies geschieht leider durch die häufige Beschäftigung mit Spielen am Handy oder Schauen von Fernsehsendungen. Gerade wenn Kinder direkt vor der Schule, dem Lernen oder vor den Hausaufgaben visuelle Medien konsumieren, wirkt sich dies negativ aus. Das blaue Licht von Fernseher und Co. blockiert den Hippocampus und schränkt dadurch unsere Fähigkeit zur Konzentration ein.

 

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Komm in den Flow

Jeder kennt das gute Gefühl, wenn ihn das eigene Tun komplett einnimmt. Laut Psychologen können wir sogar einiges dazu beitragen, dass sich solche produktiven Momente öfter einstellen.

Meine Gedanken sind klar und fokussiert. Ich bin ganz im Hier und Jetzt, versunken in dem, was ich ­gerade tue. Ich fühle mich gut. Die Welt da draußen ist weit weg. Ich nehme mich und meine Sorgen kaum wahr. Mit solchen Aussagen von Sportlern, Künstlern und Wissenschaftlern beschrieb der Psychologe Mihály Csíkszentmihályi bereits 1975 jene besonderen Momente, in denen Menschen ganz in ihrem Tun aufgehen und alles um sich herum vergessen.

Seither lieferte die psychologische Forschung viele Belege dafür, dass das Flow-Erleben meist nicht nur als unmittelbar belohnend empfunden wird. Es kann, wenn es sich regelmäßig einstellt, auch das allgemeine Wohlbefinden, die geistige und körperliche Leistungs­fähigkeit sowie die Lebenszufriedenheit steigern. Was läge da näher, als nach Wegen zu suchen, um derartige Momente im Alltag zu fördern? Jeder kennt Flow-Zustände, ob in der Freizeit oder bei der Arbeit, beim Joggen und Spielen, beim Musizieren und Basteln sowie bei herausfordernden Aufgaben im Beruf. Wer „in den Flow kommt“, ist dabei oft zu ­außergewöhnlichen Leistungen fähig. Woran liegt das?

Eine erste Antwort darauf lautet: Flow fühlt sich einfach gut an! Was uns selbstvergessene Momente beschert, das empfinden wir als schön – folglich suchen wir solche Gelegenheiten vermehrt und verbessern dadurch unser Können. Wie die Psychologen Stefan Engeser und Falko Rheinberg in einer 2008 erschienenen Untersuchung zeigten, schnitten Studierende, die beim Statistik-Pauken in den Flow kamen, bei der Abschlussprüfung besser ab. Offenbar half es ihnen, für die Klausur zu lernen, wenn sich dabei solche besonderen Augenblicke einstellten.

Zu einem ähnlichen Resultat kamen im folgenden Jahr Julia Schüler und Sibylle Brunner, damals an der Universität Zürich, in einer Studie mit Marathonläufern. Je öfter die 65 befragten Hobbysportler Flow-Momente im Training erlebten, desto schneller liefen sie die rund 42 Kilometer lange Strecke. Laut den Forscherinnen befeuerte der Flow den Trainingseifer der Läufer, so dass sie letztlich besser präpariert an den Start gingen. Das Flow-Erleben während des Wettkampfs beeinflusste die Laufzeit dagegen nicht.

 

Ist Flow also im Grunde eine Form von Stress?

Jein! Zwar sind wir in diesem Zustand durchaus körperlich und geistig beansprucht und er verbraucht Energie, weshalb wir auch nicht permanent darin verharren können. Allerdings ist die Erregung niedriger als bei negativem Stress. Außerdem ist das subjektive Kontrollerleben beim Flow allgemein hoch. Alles geht leicht von der Hand, wir haben unser Tun vollkommen im Griff – ganz anders als etwa beim chaotischen Treiben im Büro, wenn immer neue, unvorhersehbare Aufgaben über uns hereinbrechen.

Vermutlich ist das starke Kontrollerleben auch einer der Gründe dafür, weshalb Flow-Momente sich gut anfühlen und auf die allgemeine Lebenszufriedenheit ausstrahlen. Wie ein Team um den Psychologen Clive Fullagar von der Kansas State University (USA) 2009 berichtete, sind Menschen, die vermehrt Flow erleben, in der Folge positiver gestimmt. Niederländische Forscher um Evangelia Demerouti zeigten 2012, dass Flow bei der Arbeit sogar eine akti­vere Freizeitgestaltung nach Feierabend fördern kann. Dieser Effekt trat jedoch nur dann auf, wenn die Befragten gut von ihrem Job „abschalten“ konnten. Am günstigsten erscheint also eine Kombination aus Flow im Beruf und Entspannung danach.

Ziele

Zu den weiteren förderlichen Faktoren zählte bereits Mihály Csíkszentmihályi vor gut 40 Jahren klar definierte Ziele und Feedback. Klare Ziele sorgen dafür, dass wir unser Abschneiden an etwas festmachen und entsprechend würdigen können. Nur dann erhalten wir auch ein hilfreiches Feedback darüber, wie gut wir das Ziel erreicht haben – was wiederum das Gefühl der Kontrolle stärkt. Praktisch gesprochen heißt das: Statt etwa den großen Projektabschluss in drei Monaten anzupeilen, sollte man beispielsweise Tages- oder Wochenziele definieren. So bleibt man leichter auf Tuchfühlung mit dem eigenen Fortschritt.

Zudem helfen abwechslungsreiche Aufgaben mit Handlungsspielräumen dem Flow auf die Sprünge. Nehmen wir einen Büroangestellten, der die immer gleichen Arbeitsschritte in einem vorgegebenen Rhythmus ausführt. Der Betreffende fände eher in den Flow, wenn er verschiedene Tätigkeiten in selbst gewählter Abfolge erledigen könnte. In den meisten Berufen lassen sich die eigenen Aufgaben zu einem gewissen Grad durchaus mitgestalten.

 

Weiterer Flow-Effekt

Evangelia Demerouti von der Erasmus-Universität in Rotterdam wies in einer 2006 veröffentlichten Studie auf einen weiteren Flow-Faktor hin: die subjektiv empfundene Bedeutung der Aufgabe. Wer sich den Sinn und Zweck seines Tuns vor Augen führt, erhöht damit die Chance, Flow zu erleben. Wie das Wort „subjektiv“ schon andeutet, geht es hier um eine individu­elle Bewertung. Eine Reinigungskraft im Krankenhaus kann sich zum Beispiel bewusst machen, wie wichtig Hygiene für die Genesung der Patienten ist. Zudem erkannte Demerouti in der ­Unterstützung durch andere eine wichtige Ressource: Freunde, Verwandte, Kollegen und Vorgesetzte. Sie alle können uns helfen, vor anspruchsvollen Aufgaben nicht zu verzagen, sondern sie als Chance zu betrachten. Ob der Chef einen coacht, die Kollegen Schützenhilfe leisten oder Freunde emotionalen Halt geben – schon zu wissen, dass uns jemand unterstützt, stärkt das Gefühl, die jeweilige Sache im Griff zu haben. Was wiederum den Flow fördert.

 

Was lernen wir daraus?

Typisch für Flow ist ein gesundes Maß an körperlicher Aktivierung. Sowohl leicht erhöhte Cortisolwerte und Sympathikusaktivität wie auch das Ankurbeln des Parasympathikus scheinen ihn zu fördern. Um den Sympathikus anzuregen, eignen sich etwa ein Spaziergang oder leichte Gymnastik; der Parasympathikus hingegen lässt sich am besten über die Atmung steuern. Bei Stress hilft es daher, mehrmals tief ein- und auszuatmen. Meditation oder autogenes Training erhöhen ebenfalls die parasympathische Aktivität. Nimmt sie dagegen überhand, etwa nach einer deftigen Mahlzeit, fallen wir in ein Tief. Essen Sie in den Arbeitspausen also nicht zu reichlich, und gehen Sie ein wenig spazieren! Und weil der natürliche Cortisolspiegel am Morgen zirka eine Stunde nach dem Aufstehen am höchsten ist, bearbeitet man am besten um diese Zeit Aufgaben, bei denen sich der Flow einstellen soll. Bei alldem sollte man nicht vergessen: Flow fördert zwar das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit, dennoch ist er ein Zustand erhöhter Erregung. Und so gilt: Die Dosis macht das Gift! Nur wer auch einmal Pause macht, kann vom Flow dauerhaft profitieren.

(Quelle: www.spektrum.de, Authoren: Corinna Pfeifer, Gina Wolters und Nora Hein)

 

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